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Ein kleiner Bär verlässt das Nest und wird erwachsen

Der kleine Bär war oft böse mit seinen Bäreneltern und war nur selten fröhlich. Nichts durfte er, seine Eltern verboten ihm alles, was ihm Spaß machte. So musste er immer bis nach dem Mittagessen zu Hause bleiben. Seine Freunde lachten oft über ihn, weil er immer zum Abendessen wieder nach Hause kommen musste. Nach dem Essen durfte er nicht mehr raus, auch zu Geburtstagsfeiern durfte er meistens nicht gehen. Außerdem erlaubten seine Eltern auch nur ein Telefongespräch in der Woche und wenn seineBärenfreunde anriefen, bekam er das Telefon nur jeden zweiten Tag. Der kleine Bär wurde immer ganz traurig, wenn seine Bäreneltern behaubteten er wäre nicht da. Er wusste ja, dass alle seine Freunde viel mehr Freiheiten hatten. Aber er hoffte, dass es bald anders werden würde, denn bald würde nicht mehr der kleine Bär sein. In einigen Tagen wird er nämlich endlich erwachsen und dann, so hoffte er, würden ihm seine Bäreneltern ihm aendlich all die tollen Dinge erlauben, die seine Freunde schon lange durften. Doch dann kam alles ganz andrs, als sich der kleine Bär gedacht hatte. Er durfte seine Geburtstagsanrufe nicht annehmen, da er tags zuvor telefoniert hatte und auch feiern gehen durfte er nicht. Als er sich beschwerte, sagte der Bärenvater, er würde immer der kleine Bär sein solange er seine Tatzen noch unter seine Tisch stellte. Er solle doch lieber froh sein, dass er noch bei ihnen wohnen durfte. Da schlich de nun nicht mehr so kleine Bär trurig aus der Höhle, um sich ein eigenes Heim zu suchen. Doch niegends fand er etwas Passendes. Sein Freund der Rabe bot ihm zwar ein Plätzchen an, aber das wurde auf Dauer einfach zu eng. Der Bär war sehr einsam, bis er zufällig seine Mutter traf. Die besorgte Mutter sah, wie einsam ihr einziger Sohn war und überzeugte ihn, das Nest wieder zu verlassen und mit nach Hause zu kommen, um dort gemeinsam den Vater zu überzeugen, dem Bären mehr Freiheiten zu geben. Der Bärenvater war ein alter, sturer Bär, der noch sehr an den Traditionen hing. Er ließ sich schwer überzeugen, da er seinen Sohn aber nicht verlieren wollte, stimmte er schließlich doch zu. Er gab es nicht zu, aber tief in ihm verborgen lag ein sehr sensibeler Kern, der das Bärenkind liebte und beschützen wollte. Der junge Bär war seinen Eltern sehr dankbar und nahm ihnen immer mehr Pflichten ab. So lernte er die Verantwortung für die kleine Bärenfamilie zu übernehmen. Er genoss die gewonnenen Rechte sehr und schon bald lernte er ein junges Bärenmädchen kennen. Auch seinen Eltern gefiel das Mädchen, sodass bald darauf eine prächtige Bärenhochzeit gefeiert wurde. Einige Zeit später wurde der junge Bär zum ersten Mal Vater, da versprach er seinem neugeborenem Bärenkind niemals solche Fehler zu machen, wie der Vater es getan hatte. Die altgewordene Bärenfrau lächelte Weise zu ihrem ersten Enkel hinüber. Und was geschah viele Jahre später?...
... Der Bärenvater sagte zu seinem Sohn: "Sei aber pünktlich zum Abendessen wieder
zurück und denk daran heute Abend wird nicht telefoniert!" Auch Bären haben es schwer erwachsen zu werden!

1 Kommentar 25.6.06 19:31, kommentieren